Der "lüttje Willy", einst kleinster Leuchtturmwärter auf dem kleinsten Turm an der deutschen Nordseeküste



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Willy Roes, Leuchtturmwärter auf dem historischen "Kleinen Preußen".

 

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Hartmut Pinkall - ein neuer Mann im Team

Es ist wohl nicht ganz unbekannt: Die besten Leuchtturmwärter der Welt findet man auf dem "Kleinen Preußen" im Nordseebad Wremen. Schon im historischen Turm, der von 1906 bis 1930 an der Wesermündung den Schiffen ihren Weg wies, war es der sagenhafte "Lütje Willy", der dort seinen Dienst tat und schon damals in seiner "Klasse" von keinem anderen Wärter auf unserem Globus erreicht wurde. Nicht weniger eindrucksvoll sorgte dann ab 2005 Uwe Frischkorn an der Einfahrt des Wremer Kutterhafens für Sicherheit und Ordnung und war für die Fragen wissbegieriger Touristen zuständig. Seit jüngster Zeit nun versieht Hartmut Pinkall, ein versierter Fahrensmann, im "Kleinen Preußen" seinen Dienst und steht den Landratten gern Rede und Antwort.
Hartmut ist für diese Augabe geradezu prädestiniert, kennt er doch als gestandener Seemann alle Seezeichen, Weltmeere, Kavenzmänner und die Nordsee persönlich, wie seine eigene Westentasche. Wer also nicht nur den "Kleinen Preußen" sondern auch noch den besten Leuchtturmwärter der Welt besuchen will, der kommt am Nordseebad Wremen nicht vorbei. Herzlich Willkommen!

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Otto Frischkorn - ein Original auf dem Nachbau eines Originals
Der Leuchtturmwärter vom „Kleinen Preußen" ist ein alter Fahrensmann

Wremen (hm). Zu einem richtigem Leuchtturm gehört erwartungsgemäß auch ein Leuchtturmwärter. Für den am Wremer Seedeich erst kürzlich aufgestellten „Kleinen Preußen" hätte man mit Otto Frischkorn, der im richtigen Leben "Uwe" heißt, in der Tat keine bessere Wahl treffen können. Doch zunächst einmal zum Leuchtturm. Bei diesem neuen vor allem touristischenWahrzeichen handelt es sich um den verkleinerten (?), ansonsten maßstabsgerechten Nachbau jenes Originals, das von 1906 bis 1930 der Schifffahrt auf der Außenweser den Weg wies, dann aber infolge der Verlegung des Fahrwassers seinen Zweck erfüllt hatte und demontiert wurde. Seinen volkstümlichen Namen erhielt das Seezeichen damals wegen der schwarz-weißen Kennung: Schwarz-weiß nämlich waren die Nationalfarben des einstigen Königsreichs Preußen, zu dem schließlich auch Wremen gehörte. Seit Juni nun ziert der etwa elf Meter hohe Nachbau (Spitze 13 Meter über NN) als neues maritimes Vorzeigeobjekt das Hafen- und Strandumfeld des Nordseebades Wremen. Wie damals das Original ist auch der jetzige Turm mit einem funktionierenden Leuchtfeuer ausgestattet. Doch wenn auch der Schein nicht mehr so hell wie einst erstrahlt, dann geschieht dies allein mit Rücksicht auf die Sicherheit der Schifffahrt. Die ganze Geschichte über den alten und auch den neuen „Kleinen Preußen" kann wohl keiner eindrucksvoller und ausführlicher schildern als ausgerechnet Uwe alias Otto Frischkorn. Sozusagen aus berufenem Mund kommen die sachbezogenen Erklärungen dieses ersten Leuchtturmwärters des originalgetreuen Nachbaus, der 1937 in Wremen geboren wurde und sich über den Tellerrand hinaus" auch über alle anderen Seezeichen in der Wesermündung beziehungsweise Außenweser bestens auskennt. Als von der Pike auf in allen seemännischen Bereichen ausgebildeter Fahrensmann begann der Junge von der Waterkant, der sich bereits als Schüler an Bord des väterlichen Granatkutters den ersten Seewind um die Nase wehen ließ, im Alter von 14 Jahren auf dem Wasser seinen beruflichen Werdegang. Als „Moses" fing er auf kleiner Fahrt an. Auf großer Fahrt lernte er später fast die ganze Welt und als eindrucksvollsten Hafen New Nork kennen. Otto Frischkorn machte dann sein Steuermannspatent und fuhr die letzten Jahre vor dem „Ruhestand" als Kapitän auf einem Bremerhavener Hafenschlepper.

Aufgrund seines reichen Erfahrungsschatzes und als Kenner der heimischen Küstenregion liegt es dem inzwischen 68-jährigen frisch gebackenen Leuchtturmwärter begreiflicherweise fern, den vielen Besuchern lauter Seemannsgam vorzuspinnen. Dafür gibt er in seiner urigen Art gern einmal eines seiner Döntjes zum Besten - ganz nach Wunsch in Hoch- oder lieber noch in unverfälschtem Wurster Plattdeutsch. Sein Gästebuch ist trotz relativ kurzer Zeit schon jetzt prall gefüllt mit den Eintragungen der Besucher aus nah und fern - so unter anderem aus der Schweiz, den USA, Spanien, Peru und anderer Herren Länder.
Quelle: Cuxhavener Nachrichten vom 26.09.2005 - Foto: Meinardus

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Buddel Rum für 100 Tage auf dem Turm
Traditionsgeschenk für "Kleiner Preuße"-Wärter


Hundert Tage im Amt: Leuchtturmwärter Uwe Frischkorn (l.) erhält vom Heimatkreis-Vorsitzenden Fredi Fitter
nach alter Turmtradition eine Buddel Rum.

Uwe Frischkorn, Steuermann „uter Deensten", schaut plietsch und ein wenig verliebt zum „Kleinen Preußen" hinauf. Seit 100 Tagen ist er dessen Wärter. Schmunzelnd, rundum zufrieden sagt er auf Platt:„Wi beiden, de Toorn un ik, verstoht uns goot, so goot, äs wörrn wi lange, lange Tied glücklich verheirot."
„Und weil diese Ehe zwischen den beiden so gut funktioniert", so Heimatkreis-Vorsitzender Fredi Fitter, überreichte er dem treuen Wachtmann auf dem „Kleinen Preußen" zum 100. Dienst-Tag eine Buddel Rum.
Auf dem „Kleinen Preußen" -das Original stand von 1906 bis 1930 auf dem Wremer Deich - residierte übrigens ein Leuchturmwärter, der Rum (in Maßen natürlich) über alles liebte. Schwärmte ein Besucher 1929: „War wunderschön. Sagen Sie, was können wir für Sie tun?" Schlagfertig antwortete er: „Een Buddel Rum schenken. Szüh, dor dot se sik ok sülmst wat Godes an, denn wenn se waller kommt, kriegt se'n schön't Glas Grog - ganz umsünst, dat Woter bethol ik."
Der Heimatkreis Wremen, der die Betreuung des Turmes übernommen hat und im Mitglied Frischkorn einen ehrenamtlichen Wärter fand, ist mit dem bisherigen Turm-Besuchen vollauf zufrieden. In rund drei Monaten stapften über 3000 Besucher die Wendeltreppe hoch und genossen auf dem Rundgang den herrlichen Blick über Watt, Wesermündung und südliche Wurster Marsch. Ein Ehepaar wurde auf dem Rundgang getraut, Besucher aus vielen Nationen erklommen schon den „Kleinen Preußen": Engländer, Kanadier, Australier und Spanier - erkennbar durch die Eintragungen im Gästebuch. Rund 100 Seiten sind schon gefüllt, und alle Besucher sind voll des Lobes über den „Kleinen Preußen".
„An manchen Tagen muss ich, und das tue ich natürlich gern, mit den Gästen auf den Rundgang, denn viele wollen vieles ganz genau wissen: ,Was ist das für ein Turm? Und da im Süden die Kräne, sind das schon die Hafenanlagen von Bremerhaven?' Fragen über Fragen", erzählt Frischkorn.
Für den altgedienten Seemann kein Problem. Er kennt den Wesertrichter und die Nordsee wie seine Westentasche, kennt jedes kleine Seezeichen und die manchmal hell leuchtenden Sandbänke einige Kilometer vor dem Turm.
Jeder ist willkommen, Eintritt erhebt der Heimatkreis nicht. Nur an der Tür steht ein schmuckes Modell des Turms, und Frischkorn freut sich, wenn es gefüttert wird: "Das ist nämlich mein Spendenpreuße."
Quelle: Nordsee-Zeitung vom 26.09.2005, Autor und Fotograf: jf

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„Alter Seebär" ist nun Leuchtturmwärter
Uwe Frischkorn freut sich auf viele Besucher auf dem „Kleinen Preußen"


Heimatkreis-Vorsitzender Fredi Fitter (l.) übergibt dem neuen Leuchtturmwärter Uwe Frischkorn den Schlüssel. Foto: jf

„Uwe, ich wünsche dir allzeit gute Wache und über gebe dir den Schlüssel zum 'Kleinen Preußen'. Nun hast du das Sagen", sagte Heimatkreis-Vorsitzender Fredi Fitter und übertrug dem neuen Leuchtturmwärter Uwe Frischkorn beim Rundgang auf dem Leuchtturm-Nachbau am Hafen die Schlüsselgewalt. „Mit dem Riesenschlüssel möchte ich symbolisch unterstreichen", so Fitter, „wer auf dem Turm vor der Hafeneinfahrt für Ordnung sorgt - ein erfahrener Seebär."

Uwe Frischkorn tippt kurz an die Leuchtturmwärter-Mütze, setzt sie dann schief auf und verspricht:„Geiht allens klor, kannst dich auf mich verlassen, Fredi." Er spricht zweisprachig, womit er nicht nur seine Vorliebe fürs Plattdeutsche unterstreicht. Er ist künftig - wie Vorgänger „Lüttje Willi" vor 80 Jahren - auch für Hochdeutsche da. Frischkom: „Alles Wichtige vom Turm wird auf Hochdeutsch erzählt. Jeder erfährt etwas über die wichtigsten Seezeichen auf Weser und Nordsee - alles aus Sicht des Turm-Rundgangs, wenn er es genau wissen will."

Die Sicht vom Turm ist wunderbar: Weites Wurster Watt, Hafenanlagen Bremerhavens, der Deich „und das mit der Leuchtturm-Geschichte vorgetragen kostet die Besucher keinen Cent. Wo gibt es das noch?", grient Frischkorn und fügt augenzwinkemd hinzu: „Natürlich haben wir nichts dagegen, wenn Besucher freiwillig Ehrensold für den wieder erstandenen "Kleinen Preußen" in den schwarzen Kasten an der Tür legen. Einer gab neulich 20 Euro", freute sich der alte Seebär und fügte hinzu: „Es gibt noch gute Menschen."

Der neue Chef vom „Kleinen Preußen" freut sich auf seinen Job. Steuermann a. D. Frischkorn wohnt hinterm Deich und begann seine Seefahrt, „wie sie für einen künftigen Seemann nicht stürmischer beginnen kann", erzählt er.
Als kleiner Junge fuhr er oft mit dem Granatkutter seines Vaters auf Fangfahrt. Bei einem plötzlichen Sturm strandete das Schiff, schlug um - „und Vater, sein Gehilfe und ich hatten Glück. Durch hohe Brecher im seichten Vorland erreichten wir das rettende Ufer". Mit 14 Jahren lernte er den Seemannsberuf, machte später sein Steuermannspatent, fuhr als Steuermann auf Kümos, war 15 Jahre lang Schlepperkapitän und führte zum Schluss seiner Laufbahn 20 Jahre lang das Quarantäneboot des Bremerhavener Hafenarztes.

Uwe Frischkom schaute nach der Schlüsselübergabe versonnen zum „Kleinen Preußen" auf und meinte: „Was gibt es Schöneres für einen Seemann, als Wächter auf einem solch alten Leuchtturm zu sein? Die ganze Schifffahrt auf der Außenweser und auf der Nordsee liegt einem buchstäblich zu Füßen. Ist das nicht etwas Wunderbares?
Quelle: Nordsee-Zeitung vom 01. Juli 2005

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Nachfolge für den "lüttjen Willy" geregelt

Der Leuchtturm-Nachbau am westlichen Ende des Kajedeiches am Wremer Tief steht erst seit dem 14. April 2005. „ Einen Leuchtturmwärter haben wir aber schon lange, und das ist Uwe Frischkorn", freut sich der Vorsitzende des Wremer Heimatkreises, Fredi Fitter. Der Turm stand von 1906 bis 1930 als Quermarkenfeuer auf dem Deich rund 100 Meter nordöstlich vom heutigen Deichübergang.

Den Spitznamen aus dem Volksmund „Kleiner Preuße", erhielt er wegen seines schwarz-weißen Kennungsanstrichs. Aller Voraussicht nach wird der Nachbau schon zur nächsten Saison auf dem kleinen Schutzdeich, der sich parallel am nördlichen Teil des Hafenbeckens hinzieht, errichtet.
Der neu ernannte Leuchtturmwärter Uwe Frischkorn (67 Jahre, auf dem Foto links), ist ein altgedienter Seemann mit Steuermannspatent. Er befuhr alle Weltmeere, stand 15 Jahre in Bremerhaven als Kapitän auf den Brücken verschiedener Schlepper und führte die letzten 20 Jahre die Hafenbarkasse „Quarantäne" des Bremerhavener Hafenarztes, ehe er in seinem Heimatort Wremen dauerhaft vor Anker ging.
Uwe Frischkorn spricht gern Platt:„Over wenn de Lüüd dat nich verstohn könnt, denn kann ik jem denn Toorm, wat Geschichte und Funktion angeiht, ok op hochdüütsch verkloren", sagt er.
Und so wird Uwe Frischkorn, wie einst „de lüttje Willy", so nannte man den Leuchtturmwärter bis 1930, in Hoch und Platt allen künftigen Gästen Funktion und Geschichte des Turmes genau erklären können.

Originell ist, dass in Wremen der kleinste Leuchtturm an der deutschen Nordseeküste stand, betreut vom kleinsten Leuchtturmwärter an der Nordseeküste, nämlich einem Liliputaner, und das war mit l, 56 Meter eben „de lüttje Willy".
Die Darstellung der Inneneinrichtung, dafür will der Wremer Heimatkreis sorgen, wird schwierig sein. Es gibt keine Bilder und präzisen Zeichnungen. „Und die wenigen noch lebenden Zeitzeugen wissen im Detail auch nicht das genau, was wir wissen möchten", sagt Heimatkreisvorsitzender Fredi Fitter. So bleibt zu klären: Hat es eine Koje im Turm gegeben, oder einen Ofen? Denn auf den vorhandenen Zeichnungen oder Fotos ist kein Schornstein oder gar ein Abzugsrohr zu erkennen.

„So gibt es noch viel zu forschen, wir freuen uns über die neue Aufgabe, letztlich ist der ,Kleine Preuße' eine echte Attraktion", sagt Fredi Fitter. Das Licht des Turmes werde allerdings nur zur Landseite hin erstrahlen,„denn aus Sicherheitsgründen dürfen wir auf Anordnung der zuständigen Schifffahrtsbehörden in Bremerhaven ein sogenanntes "Hafenfeuer" nicht auf dem Turm einrichten", gibt der Heimatkreisvorsitzende Auskunft.
Quelle: NZ vom 12.11.2004

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