Maritim am Kleinen Preußen


Getraut am 22. Juni 2017 | Kategorie(n): Trauungen 2017

Es war gegen 11:00 Uhr, als zwei in traditionellen Matrosenanzügen gekleidete Personen beim Leuchtturm „Kleiner Preuße“ eintrafen. Da auf dem Turm die Hochzeitsfahne heftig im Wind flatterte, war schnell klar, was hier gleich passieren würde. Zunächst aber wurde die Aufmerksamkeit aller Anwesenden auf etwas ganz anderes gelenkt. Eine dunkle, unheilvolle Wolkenwand, aus der bereits bizarre Blitze zuckten, näherte sich schnell in Richtung Leuchtturm. Aber was bietet den besten Schutz vor einem drohenden Unwetter, natürlich ein Leuchtturm, und so suchten alle Anwesenden schnell das schützende Innere des Turmes auf. Dort saßen dann Kerstin Spiech und Simone Kaiser in der kleinen Leuchtturmküche und blickten voller freudiger Erwartung auf den Standesbeamten Herrn Hey, der sie per gesetzlicher Vorgaben in eine glückliche Lebenspartnerschaft geleiten sollte. Herr Hey drückte seine Freude darüber aus, dass eine gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft in unserer heutigen Gesellschaft zur Selbstverständlichkeit gehört. Eine Zahl untermauerte diese Feststellung, denn es war in diesem Jahr bereits die fünfte Hochzeit dieser Art, die im Kleinen Preußen besiegelt wurde.

Auf den Tag genau vor drei Jahren hatten sich die beiden Frauen kennen gelernt und für beide war klar, der 22. Juni wird eines Tages auch unser Heiratsdatum sein und heute war der 22. Juni 2017. Durch ihr maritimes Outfit hatten sie gezeigt, dass sie auch eine gemeinsame Liebe zum Meer miteinander verbindet und ihr inniger Traum darin bestand, einmal auf einem Leuchtturm zu heiraten. Die Wahl fiel dann auf den Leuchtturm „Kleiner Preuße“ am Wremer Tief, da er für sie der „ruhigste und romantischste“ unter allen Mitkonkurrenten war. Nachdem die entscheidenden Ja-Worte gefallen waren und die neuen Eheringe vom Standesbeamten in der Bratpfanne der Leuchtturmküche überreicht wurden, schmückten diese kurze Zeit später die Hände der beiden Lebenspartnerinnen.

Simone und Kerstin Spiech, so der nun gemeinsame Familienname, werden noch ein paar Tage an der Wurster Nordseeküste verbringen, bevor sie dann die Rückreise in ihren Heimatort Essen antreten werden. Dort wird es dann noch eine Nachfeier mit der Familie und Freunden geben, auf der man sicherlich mit einem Gläschen Sekt auf eine glückliche Zukunft des Paares anstoßen wird.